Mario Trullini

Ein Kurzgespräch mit Mario Trullini 

Seit über 25 Jahren kenne ich Mario Trullini, ein leidenschaftlicher Shiatsu Therapeut, der auch mich nach einem meiner 42 Marathonläufen wieder «auf die Beine brachte».

Mario Trullini verfügt über einen langjährigen, hochqualifizierten Werdegang und zählt zu den etablierten Therapeuten im Bereich der Komplementärtherapie in der Schweiz. Er führt eine eigene Praxis für Körper- & Prozessarbeit in Zürich und gibt sein Fachwissen aktiv in der Ausbildung neuer Therapeuten weiter.

 

Frage an Mario Trullini: Ich hätte eine brennende Frage an dich. Shiatsu bedeutet auf Japanisch wörtlich Fingerdruck (shi = Finger und atsu = Druck). Es ist eine ganzheitliche Körpermethode, die den Fluss der Lebensenergie im Körper ausgleicht. Was war der Auslöser für dich diese japanische Massagetechnik zu erlernen?

Mario: Da muss ich ein paar Jahre zurückgehen. In meinen 20ern war ich unglaublich neugierig auf die Welt. Ich wollte reisen, Neues entdecken und Erfahrungen sammeln. Arbeiten, Geld verdienen, wieder losziehen – das war damals mein Leben. Auf meinen Reisen durch Asien kam ich mit anderen Philosophien und Weltbildern in Kontakt. Das hat etwas in mir bewegt und den Wunsch geweckt, neben meiner kaufmännischen Tätigkeit etwas Sinnvolles zu tun – etwas, das mehr mit Menschen zu tun hat. Dass es ausgerechnet Shiatsu wurde, war dann eher Zufall. Ein Arbeitskollege sagte eines Tages zu mir: «Shiatsu wäre doch etwas für dich.» Ich hatte keine Ahnung, was Shiatsu überhaupt war. Also begann ich mich zu informieren, besuchte Infoveranstaltungen und Schulen und probierte erste Behandlungen aus. Nach meinem ersten Shiatsukurs war die Begeisterung sofort da. Ich wollte mehr wissen, mehr erfahren – und bin einfach immer weitergegangen. 26 Jahre später bin ich immer noch hier. Und immer noch mit Freude.

Ich: Was ist Unterschied im Gegensatz zur westlichen Shiatsu Massage? 

Mario: Für mich gibt es zwei wesentliche Unterschiede. Zum einen ist die Denkweise eine andere: Im Shiatsu betrachten wir den Menschen als Ganzes – mit seinem Körper, seinen Gefühlen, seiner Geschichte und seinen Eigenheiten. Und wir verstehen ihn als Teil der Natur, nicht als etwas davon Getrenntes. Zum anderen arbeiten wir mit dem Ki, der Lebensenergie. Das lässt sich schwer in Worte fassen. Aber wenn diese energetische Ebene in eine Behandlung einfliesst, entsteht eine andere Qualität von Berührung. Es geht nicht nur darum, Muskeln zu bearbeiten – sondern darum, den Menschen als Ganzes zu berühren. Am besten erlebt man es selbst. Dann versteht man, was ich meine.

Ich: Ich persönlich habe die Shiatsu Massage in Japan stärker (mit mehr Druck) als bei dir empfunden. Ist das generell so oder war das nur meine subjektive Wahrnehmung?

Mario: Nein, das hast du richtig wahrgenommen. Das japanische Shiatsu ist häufig kräftiger und körperlich direkter. Als Shiatsu in den 1970er-Jahren in den Westen kam, hat es sich hier weiterentwickelt – unter anderem hin zu einer etwas feineren und differenzierteren Form der Berührung. Gleichzeitig entwickelt jede Shiatsutherapeut mit der Zeit seinen oder ihren ganz eigenen Stil.

Ich: In Japan gibt es verschiedene Shiatsu-Stile, beispielsweise Namikoshi-Shiatsu, Zen-Shiatsu, Tao-Shiatsu oder Ohashiatsu. Hast du dich auf einen dieser speziellen Stile spezialisiert?

Mario: Ich komme ursprünglich aus der Richtung des Zen-Shiatsu, das in den 1970er-Jahren stark von Sensei Shizuto Masunaga geprägt wurde. Viele Elemente, die heute für Shiatsu charakteristisch sind, gehen auf seine Arbeit zurück. Zen-Shiatsu bildet bis heute die Basis meiner Arbeit. Im Laufe der Jahre sind jedoch weitere Einflüsse dazugekommen – unter anderem Craniosacral-Therapie, Faszienarbeit, Somatic Alignment und Spinal Energetics. Daraus hat sich mit der Zeit meine ganz eigene Art zu arbeiten entwickelt: Shiatsu als Grundlage, aber offen für das, was der Mensch und der Moment gerade brauchen.

Ich: Was fasziniert dich nebst Shiatsu noch an Japan?

Mario: Das Spannende ist: Ich war tatsächlich noch nie in Japan – obwohl das Land schon lange auf meiner Wunschliste steht. Mich fasziniert diese besondere Verbindung von Schlichtheit, Schönheit und Liebe zum Detail. Das begegnet einem überall. Wenn ich bei japanischen Freunden zum Essen eingeladen bin, kann ich mich manchmal kaum satt sehen ab den Teekannen, den Schalen oder den Messern, welche sie benutzen. Diese kleinen, sorgfältig gestalteten Dinge lösen bei mir immer wieder dieses Gefühl aus: Das will ich auch.

Ich: Herzlichen Dank für das interssante Gespräch, weiterhin viel Freude an deiner Tätigkeit und viel Erfolg!

Mehr zu Mario Trullini seiner Praxis in Zürich

Fotos von Mario Trullinis Shiatsu Praxis in Zürich

Foto: Alberto Venzago

Ein Kurzgespräch mit Autorin Viviane Egli

Bereits über zwanzig Jahre bin ich mit der Autorin Viviane Egli befreundet und hatte vor ein paar Jahren die Gelegenheit, an der Literaturzeitschrift orte in der Ausgabe «Japan – Poesie auf dem Weg von Nord nach Süd» mitzuwirken. In der Zwischenzeit wurden von Viviane Egli zwei Romane publiziert, und einer davon spielt teilweise in Japan. 

Foto: Alberto Venzago

 

Frage an Viviane Egli: Ich hätte eine brennende Frage an dich. Was verbindet dich mit Japan, wie bist du dazu gekommen?

Viviane: 1990 wurde ich von Swissair als neu amtierende, junge Chefredaktorin des damaligen Swissair Bordmagazins nach Japan beordert. Meine Eindrücke waren sehr intensiv und festigten sich in meinem Gedächtnis. Seither gehört Japan zu meiner inneren Welt. 
Es folgten mehrere Japanreisen – zu denen mir auch deine Empfehlungen zu ungewöhnlichen, unvergesslichen Ortsbesuchen verholfen haben.

Ich: Dein Roman «Damals am Zaun» spielt teilweise in Tokyo während der Zeit nach dem fürchterlichen Seebeben und dem darauffolgenden Tsunami im März 2011. Dein Fokus ist in den entsprechenden Passagen auf die Nuklearkatastrophe von Fukushima gerichtet. Warum gerade Fukushima?

Viviane: Es hat mich beschäftigt, wie wir die Naturkatastrophe und das Unglück in unseren Breitengraden aufgenommen haben. Ich wollte die Kluft zwischen dem Umgang mit den Geschehnissen in Japan selbst und in der Schweiz thematisieren.

Ich: Das Finale dieses Romans findet in Unzen an einem für Japan eher untypischen Ort statt. Ich war auch schon dort, du auch?

Viviane: Ja natürlich, mehrere Male. Die Landschaft, das Baden in den Onsen-Bädern, der Schwefelgeruch, die Klänge vor Ort beflügelten meine Vorstellungskraft, liessen Bilder, Geschichten entstehen.

Ich: Dein neues Werk, «Ein Lichtstrahl im Geviert», ist auf die Stadt Zürich und den kleinen Ort Kreuzgang Grossmünster fokussiert. Gibt es einen Zusammenhang mit Japan? 

Viviane: Nein.

Ich: Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit deinem neuen Buch, der Erzählung aus Zürich.

 

Mehr zu Viviane Egli 

Hier und hier können ihre letzten beiden Romane bestellt werden.

Fotos von der Lesung mit Konzert am 5. Mai 2026

in Zürich im Breitinger-Saal (Helferei, Wohnhaus Zwingli)

Fotos: Fotograf Raphael Zubler

Jürg Schopper

Ein Kurzgespräch mit dem Experten Jürg Schopper

Meine Leidenschaft ist Japan und Musikhören. Bringe ich diese zwei Komponenten jeweils in Verbindung, kommt mir, ohne nachzudenken Jürg Schopper, Inhaber und Geschäftsführer der Firma SCHOPPER AUDIO in den Sinn. 

Frage an Jürg Schopper: Ich hätte eine brennende Frage an dich. Denn ich habe schon öfter gehört, dass du den Thorens TD 124 Plattenspieler vom damaligen japanischen Kaiser Akihito restauriert hast. Stimmt das wirklich? 

Jürg: Ja das stimmt, zusammen mit der japanischen Vertretung unserer Swiss made Thorens Vintage Produkte in Japan habe ich den Thorens TD 124 des Kaisers Akihito restauriert. 

Ich: Wie kam es dazu?

Jürg: Ich wurde eingeladen, um den Thorens TD 124 des damaligen Kaisers Akihito zu restaurieren, schulte dazu noch einen Angestellten und hielt während meines Aufenthaltes Vorträge über die Geschichte der Schweizer Firma Thorens aus Sainte-Croix. 

Zur Ansicht brachte ich den Prototyp des TD 124 von Hermann Thorens (Fotos), der später an Jaques Basset ging und nach seinem Tod mir vermacht wurde, mit.  

Ich: Bestimmt ein unvergessliches Erlebnis!
Was hat dich während deines Japan-Aufenthaltes am meisten beeindruckt?

Jürg: Die Gastfreundschaft der Menschen, die Organisation in einer Perfektion, wie ich sie kein zweites Mal erlebt habe – ein Land voller neuer und interessanter Eindrücke. 

Ich: Vielen Dank für das Gespräch und den TD 124, der aus deiner Werkstatt, restauriert in meinem Wohnzimmer steht und ich damit jeden Tag Musik hören kann.

Mehr über die Firma SCHOPPER AUDIO und die Geschichte des Thorens TD 124.

Prototyp Thorens TD 124

Ein Kurzgespräch mit dem Schweizer Künstler Mario Sala

Seit meiner Kindheit kenne ich Mario Sala, von Zeit zu Zeit besuche ich ihn in seinem Atelier in Winterthur.
Mario Sala (1965), ist ein in Winterthur lebender und arbeitender Künstler. Er ist vor allem in der Schweizer Gegenwartskunst fest verankert und hat zudem durch internationale Residenzen (Varanasi, Kapstadt und Kairo) Bekanntheit erlangt.

Frage an Mario Sala: Hast du dich schon mal mit japanischen Schriftzeichen beschäftigt?

Mario: Nein.

Ich: Dann hätte ich eine brennende Frage an dich. Da ich mich bereits über die Hälfte meines Lebens mit der japanischen Sprache beschäftige und viele Schriftzeichen kenne, kann ich mir nicht mehr richtig vorstellen, wie man den Zeichen visuell begegnet, ohne zu verstehen, wie sie aufgebaut sind oder was sie bedeuten. 
Ich zeige dir nun ein japanisches Schriftzeichen (Kanji) und würde gerne von dir wissen, was du beim Betrachten wahrnimmst.

Ich: Gerne (siehe obenstehendes Foto).

Ich: Ich gehe davon aus, dass du dieses Zeichen unvoreingenommen, auf natürliche Weise betrachtest?

Mario: Ja genau das tue ich.

Nach einer Zeit des Betrachtens frage ich: Und?

Mario: Ich sehe etwas, es tanzt, es wirbelt und es schwebt aber auch zugleich.

Ich: Was meinst du denn mit es?

Mario: «Es», bedeutet für mich etwas ausserhalb meines gewohnten Denkens. «Es» lässt eine möglichst grosse Offenheit zu, ohne sogleich einen Begriff zu definieren.

Frage an Mario Sala: Hast du dich schon mal mit japanischen Schriftzeichen beschäftigt?

Mario: Nein.

Ich: Dann hätte ich eine brennende Frage an dich. Da ich mich bereits über die Hälfte meines Lebens mit der japanischen Sprache beschäftige und viele Schriftzeichen kenne, kann ich mir nicht mehr richtig vorstellen, wie man den Zeichen visuell begegnet, ohne zu verstehen, wie sie aufgebaut sind oder was sie bedeuten. 
Ich zeige dir nun ein japanisches Schriftzeichen (Kanji) und würde gerne von dir wissen, was du beim Betrachten wahrnimmst.

Ich: Gerne (siehe obenstehendes Foto).

Ich: Ich gehe davon aus, dass du dieses Zeichen unvoreingenommen, auf natürliche Weise betrachtest?

Mario: Ja genau das tue ich.

Nach einer Zeit des Betrachtens frage ich: Und?

Mario: Ich sehe etwas, es tanzt, es wirbelt und es schwebt aber auch zugleich.

Ich: Was meinst du denn mit es?

Mario: «Es», bedeutet für mich etwas ausserhalb meines gewohnten Denkens. «Es» lässt eine möglichst grosse Offenheit zu, ohne sogleich einen Begriff zu definieren.

Zur Webpage von Mario Sala

Im Atelier von Mario Sala

Fotogallerie

Immer wieder lerne ich interessante Menschen kennen oder habe auch die Gelegenheit mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Zeitungsartikel

Während die Zeitungen verstauben und in Vergessenheit geraten geht mein Leben weiter...

Ein Gespräch mit dem Eishockeyspieler Eric Blum

Nach einem 3-1/2 stündigen Gespräch mit dem Eishockey CH-Nationalspieler Eric Blum verabschiedete ich mich von ihm am Hauptbahnhof Bern.
Während ich im Zug von Bern nach Winterthur sass, liess ich die Unterhaltung mit Eric Revue passieren.
Ich hatte das Gefühl zwischen der Schweiz und Japan zu stehen. Eric`s bescheidene und zugleich nachdenkliche Art war schon nach wenigen Gesprächsminuten spürbar. Er liess seinen Gefühlen freien Lauf und erzählte mir ausgiebig über persönliche Erfahrungen aus seiner zweiten Heimat, Japan.

Wie erlebst Du als professioneller Wintersportler Deine jeweiligen Sommerferien in Japan, im brütend heissen Sommermonat Juli?

Als Eishockeyspieler habe ich jeweils zwei Wochen nach und zwei Wochen vor der Saison Ferien. Meinen Urlaub in Japan plane ich immer im Sommer, wenn die Hitze ihren Höhepunkt erreicht hat. Ich mag die Sonne und warmes Wetter, auch wenn es im Monat Juli wirklich sehr heiss ist.
Aber auch in Japan gibt es genug Möglichkeiten sich abzukühlen.
Als Wintersportler bin ich eher der Sommertyp (lacht).


Schmelzen Deine Schweizer Gedanken, wenn Du dich jeweils im sommerlichen Japan befindest?

Wenn ich in Japan einreise fühle ich mich zu Hause, wie wenn ich in der Schweiz ankomme. Es ist ein anderes Land, ich spreche eine andere Sprache und die Kultur ist nicht mit der Schweiz zu vergleichen.
Wenn ich dort bin, dann lebe ich Japan. Die Menschen, das Essen, die Kunst und Natur inspirieren mich immer sehr. So wie in der Schweiz, fühle ich mich auch in Japan sehr wohl.

 

Auch wenn die kulturellen Unterschiede nicht grösser sein könnten, gibt es für Dich persönlich dennoch Parallelen zwischen der Schweiz und Japan?

Ja natürlich, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind im alltäglichen Leben beider Länder sehr zentral. Der Schweizer „Kantönligeist“ gleicht dem japanischen „Präfektur-Denken“, jeder Kanton und jede
Präfektur hat seine eigenen Traditionen und Spezialitäten.
Ach ja, ich trinke gerne Rivella und Calpis, beide Getränke sind sich in der Substanz ähnlich (lacht).

 

Während ich zu Fuss durch Japan ging durchquerte ich die Stadt Kitakyushu mitten durch die Gemeinde Kokura, das ist doch der Heimatort Deiner Mutter? Besuchst Du Kokura jedes Mal wenn Du in Japan bist?

Ja, jedes Mal. Ich bin jetzt 29 Jahre alt und schon über dreissig Mal habe ich den Wohnort meiner Grosseltern in Kokurakita-ku besucht. Seit meiner Geburt, mit Ausnahme von einem Jahr war ich jährlich mind. einmal zu Besuch in Kokura. Dank meiner Mutter spreche ich fliessend Japanisch und kann mich unbeschwert mit meinen Verwandten unterhalten. Die Sprache ist der Schlüssel für die immer noch bestehenden Beziehungen zu meinen Verwandten.
Meine Grossmutter lebt nicht mehr. Aber meinen Grossvater mit 103 Jahren habe ich auch diesen Sommer im Altersheim in Nuki besucht, ein Ort, wo das Wasser besonders gut ist und es auch Onsen (Thermalbad) gibt.
Wie immer, war es auch dieses Jahr ein unvergessliches Wiedersehen und umso trauriger natürlich der Abschied. Ich habe grosse Achtung vor meinem Grossvater. Ein Mann, der schwierige Zeiten durchlebte, nie aufgab und bis ins hohe Alter seiner Arbeit nachging.

 

An was erinnerst Du Dich gerne während Deiner vielen Besuche in Kokura?

An die Ferien im Hause meiner Grosseltern. Tage, die ich zu Lebzeiten nicht mehr vergessen werde. Das selbstgebaute Haus meines Grossvaters, ein Eigenheim mit charakteristischem Aussehen und die frischduftenden Früchte beim Eingang, sind immer noch so präsent, als ob ich erst gestern dort war.
Meine fürsorgliche Grossmutter, die immer mit viel Leidenschaft und Liebe kochte und mein Grossvater, der steht`s für die beste Unterhaltung sorgte. Ja, ich erinnere mich noch gut, wie ich zusammen mit meinem Grossvater zeichnete. Wie er vorgetäuscht hat, nicht mehr zu wissen, wie die Beine eines Elefanten aussahen und absichtlich Pferdebeine zeichnete, das war lustig, wenn ich mich noch heute an diesen Moment erinnere muss ich lachen. Mein Grossvater war ein begabter Maler und zugleich Shodo-Künstler (Kaligrafie). Zur Geburt meiner Schwester malte er ein wunderschönes Bild, welches
jetzt bei ihr in der Wohnung hängt. Bei jedem Besuch bestaune ich es und würde mich sehr glücklich schätzen, wenn ich auch ein Bild von ihm hätte. Das Essen war und ist in unserer Familie immer noch sehr zentral, mein Onkel und ältester Cousin sind zwei hervorragende Köche. Beide sind sehr kreativ und haben mir schon so manches in der Küche beigebracht. Die Zeit im Restaurant meines Onkels ist immer sehr speziell, auch diesen Sommer durfte ich wieder seine kulinarischen Künste geniessen.

 

Wie hast Du diesmal Deine Sommerferien in Japan erlebt, hast du auch noch andere Ortschaften besucht?

Nach dem Besuch in Kokura traf ich mich mit meinen Freunden. Wir reisten zusammen nach Yakushima, eine Insel südlich von Kagoshima. Ein Naturparadies, wie man es sich nur von Fotobüchern gewohnt ist, einfach wunderschön. Nicht umsonst ist diese Insel ein UNESCO-Weltnaturerbe. Die ältesten Zedernwälder der Welt (Yakusugi Wald), Wasserfälle, und heisse Quellen liessen mich die Zeit vergessen – es war ein spezielles Erlebnis in den Flüssen zu baden. Eine vierstündige Wanderung (Shiratani Trail) bis zum Taikoiwa Berg, von wo man über ganz Yakushima sehen konnte und der Sternenhimmel, wie ich es noch nie beobachtet habe, sorgten für eine unvergessliche Ferienstimmung.
Dazu kam noch, dass wi r in der Dämmerung am Strand von Nagata die Schildkröten beim Eierlegen beobachten konnten, das war wirklich sehr eindrücklich. Übrigens, die Insel Yakushima kennt man auch wegen des Anime-Erfolg „Prinzessin Mononoke“ von Hayao Miyazaki. Nach dem Insel-Aufenthalt ging es dann mit dem Shinkansen nach Tokyo. Vom Zwischenhalt in Hiroshima kann ich aus meiner Sicht nur Trauriges berichten. Bilder und Berichte liessen mich zu Tränen rühren… Die letzten Ferientage verbrachte ich mit meinen Verwandten und Bekannten in Tokyo.

Wie erlebst Du als professioneller Wintersportler Deine jeweiligen Sommerferien in Japan, im brütend heissen Sommermonat Juli?

Als Eishockeyspieler habe ich jeweils zwei Wochen nach und zwei Wochen vor der Saison Ferien. Meinen Urlaub in Japan plane ich immer im Sommer, wenn die Hitze ihren Höhepunkt erreicht hat. Ich mag die Sonne und warmes Wetter, auch wenn es im Monat Juli wirklich sehr heiss ist.
Aber auch in Japan gibt es genug Möglichkeiten sich abzukühlen.
Als Wintersportler bin ich eher der Sommertyp (lacht).


Schmelzen Deine Schweizer Gedanken, wenn Du dich jeweils im sommerlichen Japan befindest?

Wenn ich in Japan einreise fühle ich mich zu Hause, wie wenn ich in der Schweiz ankomme. Es ist ein anderes Land, ich spreche eine andere Sprache und die Kultur ist nicht mit der Schweiz zu vergleichen.
Wenn ich dort bin, dann lebe ich Japan. Die Menschen, das Essen, die Kunst und Natur inspirieren mich immer sehr. So wie in der Schweiz, fühle ich mich auch in Japan sehr wohl.

 

Auch wenn die kulturellen Unterschiede nicht grösser sein könnten, gibt es für Dich persönlich dennoch Parallelen zwischen der Schweiz und Japan?

Ja natürlich, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind im alltäglichen Leben beider Länder sehr zentral. Der Schweizer „Kantönligeist“ gleicht dem japanischen „Präfektur-Denken“, jeder Kanton und jede
Präfektur hat seine eigenen Traditionen und Spezialitäten.
Ach ja, ich trinke gerne Rivella und Calpis, beide Getränke sind sich in der Substanz ähnlich (lacht).

 

Während ich zu Fuss durch Japan ging durchquerte ich die Stadt Kitakyushu mitten durch die Gemeinde Kokura, das ist doch der Heimatort Deiner Mutter? Besuchst Du Kokura jedes Mal wenn Du in Japan bist?

Ja, jedes Mal. Ich bin jetzt 29 Jahre alt und schon über dreissig Mal habe ich den Wohnort meiner Grosseltern in Kokurakita-ku besucht. Seit meiner Geburt, mit Ausnahme von einem Jahr war ich jährlich mind. einmal zu Besuch in Kokura. Dank meiner Mutter spreche ich fliessend Japanisch und kann mich unbeschwert mit meinen Verwandten unterhalten. Die Sprache ist der Schlüssel für die immer noch bestehenden Beziehungen zu meinen Verwandten.
Meine Grossmutter lebt nicht mehr. Aber meinen Grossvater mit 103 Jahren habe ich auch diesen Sommer im Altersheim in Nuki besucht, ein Ort, wo das Wasser besonders gut ist und es auch Onsen (Thermalbad) gibt.
Wie immer, war es auch dieses Jahr ein unvergessliches Wiedersehen und umso trauriger natürlich der Abschied. Ich habe grosse Achtung vor meinem Grossvater. Ein Mann, der schwierige Zeiten durchlebte, nie aufgab und bis ins hohe Alter seiner Arbeit nachging.

 

An was erinnerst Du Dich gerne während Deiner vielen Besuche in Kokura?

An die Ferien im Hause meiner Grosseltern. Tage, die ich zu Lebzeiten nicht mehr vergessen werde. Das selbstgebaute Haus meines Grossvaters, ein Eigenheim mit charakteristischem Aussehen und die frischduftenden Früchte beim Eingang, sind immer noch so präsent, als ob ich erst gestern dort war.
Meine fürsorgliche Grossmutter, die immer mit viel Leidenschaft und Liebe kochte und mein Grossvater, der steht`s für die beste Unterhaltung sorgte. Ja, ich erinnere mich noch gut, wie ich zusammen mit meinem Grossvater zeichnete. Wie er vorgetäuscht hat, nicht mehr zu wissen, wie die Beine eines Elefanten aussahen und absichtlich Pferdebeine zeichnete, das war lustig, wenn ich mich noch heute an diesen Moment erinnere muss ich lachen. Mein Grossvater war ein begabter Maler und zugleich Shodo-Künstler (Kaligrafie). Zur Geburt meiner Schwester malte er ein wunderschönes Bild, welches
jetzt bei ihr in der Wohnung hängt. Bei jedem Besuch bestaune ich es und würde mich sehr glücklich schätzen, wenn ich auch ein Bild von ihm hätte. Das Essen war und ist in unserer Familie immer noch sehr zentral, mein Onkel und ältester Cousin sind zwei hervorragende Köche. Beide sind sehr kreativ und haben mir schon so manches in der Küche beigebracht. Die Zeit im Restaurant meines Onkels ist immer sehr speziell, auch diesen Sommer durfte ich wieder seine kulinarischen Künste geniessen.

 

Wie hast Du diesmal Deine Sommerferien in Japan erlebt, hast du auch noch andere Ortschaften besucht?

Nach dem Besuch in Kokura traf ich mich mit meinen Freunden. Wir reisten zusammen nach Yakushima, eine Insel südlich von Kagoshima. Ein Naturparadies, wie man es sich nur von Fotobüchern gewohnt ist, einfach wunderschön. Nicht umsonst ist diese Insel ein UNESCO-Weltnaturerbe. Die ältesten Zedernwälder der Welt (Yakusugi Wald), Wasserfälle, und heisse Quellen liessen mich die Zeit vergessen – es war ein spezielles Erlebnis in den Flüssen zu baden. Eine vierstündige Wanderung (Shiratani Trail) bis zum Taikoiwa Berg, von wo man über ganz Yakushima sehen konnte und der Sternenhimmel, wie ich es noch nie beobachtet habe, sorgten für eine unvergessliche Ferienstimmung.
Dazu kam noch, dass wi r in der Dämmerung am Strand von Nagata die Schildkröten beim Eierlegen beobachten konnten, das war wirklich sehr eindrücklich. Übrigens, die Insel Yakushima kennt man auch wegen des Anime-Erfolg „Prinzessin Mononoke“ von Hayao Miyazaki. Nach dem Insel-Aufenthalt ging es dann mit dem Shinkansen nach Tokyo. Vom Zwischenhalt in Hiroshima kann ich aus meiner Sicht nur Trauriges berichten. Bilder und Berichte liessen mich zu Tränen rühren… Die letzten Ferientage verbrachte ich mit meinen Verwandten und Bekannten in Tokyo.

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